Der Sommer ist angekommen: Tipps und Tricks für eine kühle Wohnung

Der Sommer ist angekommen: Tipps und Tricks für eine kühle Wohnung

Der Sommer hat noch gar nicht richtig angefangen, schon steht die erste Hitzewelle bevor. All jene, die in städtischen Wohnungen leben, fürchten schon schlaflose Nächte. Sorgt ein Klimagerät für die notwendige Abkühlung oder genügen Außenjalousien? Hier gibt es einige Tricks für eine kühle Wohnung.

Wie bleibt die Wohnung kühl?

Schon seit Monaten warten wir auf den Sommer. Nun ist er da und hat auch gleich die erste richtige Hitzewelle mitgebracht. Während sich die Gartenbesitzer auf der Terrasse befinden, sitzt der innerstädtische Wohnungsbesitzer in einem richtigen Backofen. Die Wohnungen erhitzen sich, kühlen kaum ab – die nächtlichen Temperaturen fallen nicht unter 20 Grad, sodass auch in den Nachtstunden keine Abkühlung erfolgt. In den Wohnungen herrschen Temperaturen, die den Schlaf rauben. Bauliche Maßnahmen können für angenehmere Temperaturen sorgen – so etwa, wenn Außenjalousien angebracht werden. Die Außenjalousien verhindern das Eindringen der Sonnenstrahlen und der Hitze. Zudem sollte man darauf achten, wann die Fenster geöffnet werden: Am frühen Morgen und in der Nacht kann gelüftet werden – untertags sollten die Fenster aber dauerhaft geschlossen sein. Auch Elektrogeräte, wie der Computer oder der Fernseher, spenden Wärme und sollten somit nicht ständig in Betrieb genommen werden. Wärme spenden auch die Küchengeräte – so etwa das Backrohr. Man sollte also auf Braten oder sonstige Speisen verzichten, die im Rohr gemacht werden. Ein weiterer Tipp: Pflanzen können den Wohnraum genauso kühlen wie etwa frisch gewaschene Kleidung, die man in der Wohnung (vorzugsweise im Schlafzimmer) aufstellen sollte.

Wie sinnvoll sind Klimageräte?

Wenn die Tipps und Tricks nicht helfen, dann kann man auch zu Ventilatoren oder Kühlgeräten greifen. Ventilatoren sind recht günstig und sorgen für eine angenehme Brise. Kühlgeräte sind schon etwas teurer: Einerseits muss ein recht hoher Anschaffungspreis bezahlt werden, andererseits sind die mobilen Klimageräte wahre Energiefresser, sodass mit steigenden Energiekosten gerechnet werden muss. Werden die mechanischen Klimageräte an der Fassade montiert, müssen die Bewohner auf bauliche Maßnahmen achten und mitunter auch eine Bewilligung einholen. Mechanische Kühlgeräte, die an der Außenwand montiert werden, können auch zum Nachbarschaftsstreit führen; da die Geräte keinesfalls leise sind, könnte sich der Nachbar gestört fühlen. Mobile Varianten sind eine Alternative, können aber wiederum den Abendfilm stören, da sie mitunter ebenfalls laut sind.

Auf die Abkühlung warten

In vielen Fällen müssen die Bewohner Geduld bewahren und auf die nächste Abkühlung warten. Gewitter und Unwetter können für angenehmere Temperaturen sorgen; fallen die Temperaturen, so müssen unbedingt alle Fenster geöffnet werden. Die warme wird sodann von der kühleren Luft ersetzt, sodass angenehmere Nächte bevorstehen.

Österreich: Klimastrategie soll in den nächsten Wochen präsentiert werden

Österreich: Klimastrategie soll in den nächsten Wochen präsentiert werden

Bis zum Jahr 2030 möchte die Europäische Union den eigenen Co2-Ausstoß, verglichen zum Jahr 1990, um rund 40 Prozent reduzieren. Gleichzeitig soll der Anteil erneuerbarer Energien aber gesteigert werden – und zwar um 30 Prozent. Damit jene Ziele erfüllt werden können, muss auch der Gebäudesektor einen wesentlichen Teil dazu beitragen. „Der Bausektor ist jener Teil, der klimaneutral gehalten werden kann“, so Robert Lechner, der vom Ökologie-Institut zu einer Podiumsdiskussion der „Gesellschaft für nachhaltiges Bauen“ entsandt wurde. Wie das überhaupt funktionieren soll? Bislang gibt es noch keine integrierte Klima- und Energiestrategie in Österreich; jene soll erst demnächst festgelegt werden. 2015 stiegen die Treibhausgasemissionen um 3,5 Prozent. Jürgen Schneider vom Umweltbundesamt: „Acht Millionen Tonnen sind nur aus dem Gebäudesektorbereich gekommen.“

Im Gebäudesektor konzentriert man sich auf das Jahr 2050

Vergleicht man jedoch die heutigen Werte mit jenen, die 1990 gemessen wurden, sind die Emissionen – auch im Gebäudesektor – zurückgegangen. 1990 waren es noch rund zwölf Millionen Tonnen, die aus dem Gebäudesektorbereich gekommen sind. Doch die Ziele, die bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen, stehen – vor allem im Gebäudesektor – nur an zweiter Stelle: An erster Stelle befassen sich die Verantwortlichen mit langfristigen Zielen, sodass – bei fast allen Berechnungen und Überlegungen – vorwiegend das Jahr 2050 herangezogen wird. „Wir müssen bereits heute mit dem fossilfreien Bauen beginnen. Natürlich ist ein Einbau einer Ölheizung günstiger, jedoch ist es wichtig, dass die Leute auch daran denken, dass sie im Jahr 2050 ein komplett neues Heizungssystem benötigen. Das wird dann definitiv teuer“, so Schneider. Natürlich darf man aber nicht nur an die Zukunft denken; auch der aktuelle Bestand spiele eine wesentliche Rolle. Experten sind sich nämlich sicher – würde man bereits heute die ersten Maßnahmen setzen, könnte man Emissionen einsparen.

In Österreich gibt es noch immer 750.000 Ölheizungen

Damit der Energiebedarf gesenkt werden kann, müsste man die Sanierungsrate erhöhen. Das größte Sorgenkind, welches für hohen Co2-Ausstoß sorgt? Fossile Heizstoffe. Fast die Hälfte wird durch den Einsatz von Heizöl ausgelöst; die andere Hälfte wird durch Erdgas verursacht. In Österreich gibt es derzeit 750.000 Ölheizungen – eine Zahl, die drastisch gesenkt werden muss. Auch Schneider weiß, dass „eine moderne Raumenergieversorgung ohne fossile Energie auskommen muss“, sodass etwaige Heizkesselförderungen gestrichen werden sollten. Ob es schon Vorstellungen gibt, wie die neue Klimastrategie aussehen soll? Es sollen zumindest Maßnahmen gesetzt werden, die den Neubau und Bestand betreffen, sodass im Gebäudesektor mehr Emissionen eingespart werden können.

Damit die Europäische Union ihren Co2-Ausstoß verringern kann, benötigt man auch die Unterstützung von Österreich. Noch fehlt es aber an einer Klimastrategie. Experten sind sich aber sicher: Die Strategie wird sich – zu großen Teilen – mit dem Gebäudesektor befassen. Schlussendlich können hier – ohne großen Aufwand – extreme Einsparungen erzielt werden.

Durch richtiges Heizen Energie und Kosten sparen

Durch richtiges Heizen Energie und Kosten sparen

Bisher zeichnet sich der Winter durch niedrige Temperaturen aus und das lässt die Heizkosten steigen. Laut Meldung der Wien Energie von Ende Januar 2017 verbrauchten die Haushalte seit Oktober 2016 im Schnitt um 10 bis 20 Prozent mehr Gas und Wärme als im Vorjahreszeitraum. Wenn sich an den Temperaturen nichts ändert, werden auch die Kosten durchschnittlich um 100 bis 200 Euro höher als im Vorjahr ausfallen. Gerade deshalb ist es wichtig, zu wissen, wie die Beträge möglichst gering gehalten werden können.

Heizkosten senken
Auch wenn es angenehm ist, sich in kuschelig warmen Räumen aufzuhalten, ist zu bedenken, dass sich mit einer kaum spürbaren Verringerung des Wärmegrades viel Energie sparen lässt. Ein zusätzlicher Grad erhöht die Kosten um 5 bis 7 Prozent. Bei Schlafzimmern wird eine Raumtemperatur empfohlen, die nicht über 19 Grad liegen soll und im Wohnbereich sind 20 bis 22 Grad angemessen. Als Grundregel gilt, dass der Wärmehaushalt in der Wohnung oder im Haus möglichst konstant zu halten ist.

Was zu vermeiden ist
Es sollte eine übermäßige Erwärmung vermieden und auch davon abgesehen werden, die Heizung abzudrehen, wenn eine Reise angetreten wird. Einerseits muss für die erneute Erwärmung aufgrund hoher Vorlauftemperaturen unnötig viel Energie aufgewendet werden, andererseits erhöht sich durch erkaltete Leitungen auch die Gefahr eines Rohrbruchs. Kühle Räume sollten nicht durch warme Räume geheizt werden, sondern durch die sich darin befindenden Heizkörper. Es wird dazu geraten, Türen zu sporadisch genutzten und spärlich geheizten Räumen zu schließen.

Das richtige Lüften
Ein ebenso wichtiges und immer wieder betontes Thema stellt das richtige Lüften dar: Stundenlang gekippte Fenster sind unbedingt zu unterlassen, da sie zur kontinuierlichen Abkühlung der Räume führen. Besser und energiesparender ist es, mehrmals am Tag eine Stoßlüftung über zehn- bis fünfzehn Minuten vorzunehmen. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass die Heizkörper nicht durch Einrichtungsgegenstände oder Vorhänge abgedeckt werden und dass die Fenster dicht sind. Dichtungsbänder helfen kurzfristig und effektiv gegen undichte Fenster und Türen.

Der Heizkörper
Wer ein „Gluckern“ wahrnimmt, sollte die Heizung entlüften. Da ältere und eher kleine Heizkörper hohe Vorlauftemperaturen brauchen, ist in Erwägung zu ziehen, sie gegen Modelle auszutauschen, die den gegenwärtigen Energiestandards entsprechen. Moderne Heizungen können zudem so programmiert werden, dass bei voraussehbarer und regelmäßiger Abwesenheit untertags auch die Heizleistung angepasst und entsprechend gesenkt wird. Als Alternative bietet sich die Anbringung eines Thermostatventils an, um die Temperatur zu regeln.

Pflichten des Mieters
Mieter sind dafür zuständig, die Wohnung warm zu halten und richtig zu heizen, um Schäden (Schimmel, Rohrbruch, erhöhter Kostenbedarf) entgegenzuwirken. Diese Maßnahmen können auch als Wartungspflichten bezeichnet werden, die die Heizung, die Sanitäranlagen und die Wasser- und Energieleitungen betreffen. Allerdings ist die Rechtslage bei Schäden und Reparaturen selten eindeutig und oft von Fall zu Fall zu klären.

Fazit
Auch wenn es draußen kalt ist und der Heizbedarf in den eigenen vier Wänden steigt, muss für gewöhnlich niemand aus Kostengründen auf Wärme verzichten. Mit wenigen aufwandsarmen Mitteln und etwas mehr Sorgfalt ist es möglich, sowohl Geld als auch Energie zu sparen.

Wenn die Wohnungen im Winter kalt bleiben

Wenn die Wohnungen im Winter kalt bleiben

Laut einer Erhebung, die im Jahr 2014 durchgeführt wurde, sind 268.000 Menschen von der sogenannten Energiearmut betroffen. Das heißt: 3 Prozent der Österreicher können sich die Energiekosten nicht leisten; sodass die Wohnung im Winter kalt bleibt. Doch die 3 Prozent können sich auch keinen Strom oder kein warmes Wasser leisten. Theresia Vogel ist Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds und weiß, dass sich viele Betroffene entscheiden müssen, ob sie lieber eine warme Dusche oder eine warme Wohnung wollen.

Heizkostenzuschüsse beheben nicht die Ursache des Problems

Energiearmut wird erst seit dem Jahr 2010 thematisiert. Jedoch fehle noch immer eine einheitliche Definition. Heizkostenzuschüsse werden zwar bezahlt, sind aber – so Vogel – nur eine kurzfristige Maßnahme. Auch wenn den Betroffenen kurz geholfen wird, kann mit den Zuschüssen keinesfalls die Ursache der Energiearmut bekämpft werden. In vielen Fällen ist es nämlich die Mischung aus einem geringen Einkommen und dem äußerst schlechten Zustand des Hauses. Damit alte Wohnhäuser thermisch saniert werden können, wurde das Projekt „RedEn!“ geschaffen. „RedEn!“ wird vom Klima- und Energiefonds gefördert. Des Weiteren bestehen Kooperationen mit der Katholischen Sozialakademie Österreichs, der e7 Energie Markt Analyse GmbH und der Donau-Universität Krems. Margit Appel (Katholische Sozialakademie Österreichs) will etwa, dass auch die Bewohner beteiligt werden; in Wien-Favoriten, Korneuburg und Krems wurden bereits Häuser ausgewählt und die Bewohner zur thermischen Sanierung befragt. Am Ende gab es eine Versammlung und die Information, welche Sanierungsmaßnahmen erfolgen werden. An der Versammlung haben aber nur wenige Mieter teilgenommen. „Die Mieter fühlen sich heute nicht mehr als Gruppe. Da ist es dann besonders schwierig, alle an einen Tisch zu holen“, so Appel.


„Wir befinden uns in einer Abwärtsspirale“

Bei den Begutachtungen stießen die Experten auf undichte Türen und Fenster, auf Wohnungen mit veralteten Heizsystemen oder fehlender Zentralheizung. Walter Hüttler ist der Geschäftsführer der e7 Energie Markt Analyse GmbH und weiß, dass derartige Haushalte natürlich extrem teuer sind. „Der Bewohner muss dann, da die Stromkosten enorm sind, bei den Heizkosten sparen“, so Hüttler. Natürlich sind thermische Sanierungen zwar möglich, jedoch würden die Sanierungskosten in weiterer Folge Auswirkungen auf die Mieten haben. „Natürlich können wir eine thermische Sanierung vornehmen, sodass die Bewohner bei den Heiz- und Stromkosten sparen können. Das Problem ist aber, dass die erhöhten Mieten nicht bezahlt werden können. Wir befinden uns hier in einer Abwärtsspirale“, weiß Hüttler.

Experten stehen vor einer möglichen Lösung

Doch die Experten stehen vor einem möglichen Lösungsansatz. Die Rede ist von einer „angemessenen Durchmischung“, wobei das Hauptaugenmerk auf „zweckgebundene Wohnungen“ gerichtet sein soll, die weiterhin – aufgrund günstiger Mietvorschreibungen – für einkommensschwache Familien zur Verfügung stehen sollen. Natürlich sind es auch soziale Aspekte, die bei der Vergabe von diversen Sanierungsförderungen eine wesentliche Rolle spiele müssen. „Die Problematik, mit der wir seit Jahren zu kämpfen haben, wird in den nächsten Jahren definitiv nicht kleiner“, so Theresia Vogel. Folgt man den Zahlen, werden die Wohnkosten – vor allem in den Ballungsräumen – deutlich steigen.